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Jugendliche verunglücken auf Industriegelände
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Eine Gruppe von zehn Jugendlichen verschaffte sich an diesem Wochenende Zugang zum stillgelegten Industriegelände der Firma „Huwil“ in Ruppichteroth, gleichwohl Zäune und entsprechende Hinweisschilder den Zugang untersagen und auf entsprechende Gefahren hinweisen. Wirken die leer stehenden Lagerhallen und Büroräume von außen doch wie ein großer Abenteuerspielplatz, auf dem man sich mal so richtig austoben kann, so bergen sie im Inneren große Gefahren, die auch der Gruppe auf Ihrem illegalen Sonntagsausflug zum Verhängnis werden sollten. Nachdem die Jugendlichen mehrere Hallen und Räume des Betriebes auf eigene Faust erkundet hatten, bemerkte sie, dass aus einem Fass in einer Lagerhalle eine unbekannte Flüssigkeit mit übelriechenden Dämpfen austrat. Verzweifelt versuchten sie einen Rückweg aus dem Labyrinth aus Räumen, Fluren und Treppenhäusern zu finden, um der augenscheinlichen Gefahr entkommen und unauffällig verschwinden zu können, jedoch hatte keiner von Ihnen sich den Hinweg so genau gemerkt. Viele Türen bzw. Fluchtwege waren verschlossen, die Räume und Flure teilweise dunkel und zugestellt, niemand wusste auch nur annähernd, wo man sich befand bzw. wie man am schnellsten wieder nach draußen kommen könnte. In Panik versuchten sie einen Ausgang aus dem riesigen Komplex zu finden, einige von ihnen verletzen sich dabei schwer und blieben teilweise bewusstlos auf Dachüberständen oder in Zwischengängen liegen, andere verstecken sich aus Verzweiflung in nahegelegenen Räumen oder im Außenbereich des Geländes. Was zunächst nach einem Katastrophen-Szenario klingt, war zum Glück nur die angenommene Lage bei der Großübung des Löschzuges Ruppichteroth in Zusammenarbeit mit dem DLRG-Ruppichteroth und der Rettungshundestaffel des Rhein-Sieg-Kreises, die am Sonntagmorgen stattfand. Der Löschzug Ruppichteroth rückte mit allen Fahrzeugen und ca. 30 KameradInnen zur oben genannten Einsatzstelle aus, um dort die Einsatzlage sowie weitere Einzelheiten zur Übung vom Einsatzleiter zu erfahren.
Da nicht bekannt war, in welchem Bereich des weitläufigen Geländes nach den Vermissten zu suchen war, unterteilte man die Einsatzstelle in zwei Bereiche. Ein Teil der eingesetzten Kräfte war für den Innenbereich des Geländes verantwortlich, der andere Teil beschäftigte sich zeitgleich mit den Außenanlagen. Truppweise wurden Räume, Flure und Lagerhallen von Kräften der Feuerwehr und Hunden mit HundeführerInnen der Rettungshundestaffel durchsucht. Die ausgetretene Flüssigkeit stellte sich als harmlos heraus, sodass dieser keine weitere Beachtung geschenkt werden brauchte. Primär ging es darum, die Vermissten, die von JugendfeuerwehrkameradenInnen gespielt wurden, zu finden, mit entsprechenden Mitteln zu retten und im Anschluss zum Übergabepunkt vor dem Gebäude zu bringen. Nicht immer konnten die gefundenen Personen mit zwei Handgriffen aus Ihrer misslichen Lage befreit werden, Teamwork, technisches Fachwissen und Kreativität aller Beteiligten waren gefragt. Ein Vermisster wurde zum Beispiel wurde mit Hilfe der Schleifkorbtrage und der vierteiligen Steckleiter über eine Art Rutsche vom Flachdach eines Hallenanbaus herabgelassen, bevor er auf einer Trage zur Sammelstelle gebracht werden konnte,eine Drehleiter stand den Einsatzkräften vor Ort nicht zur Verfügung Zwei andere Trupps transportierten zur gleichen Zeit einen Verletzten auf einer Trage aus dem Dachgeschoss des Gebäudes durch das enge Treppenhaus drei Stockwerke nach unten, durchquerten mehrere Flure und Hallenteile, um den Verletzen dann letzten Endes vor dem Gebäude abliefern zu können. Die DLRG-Ruppichteroth unterstützte die Kameraden der Feuerwehr sowohl bei der Suche, als auch bei der Rettung der Verletzten, besonderes Augenmerk lag jedoch auf der Rettung einer Person aus dem nahegelegenen Brölbach. Nach zwei anstrengenden Stunden für Mensch und Tier konnte die Übung erfolgreich beendet werden, alle vermissten Personen wurden entweder durch die Suchhunde der Rettungshundestaffel oder durch KameradInnen der Feuerwehr und des DLRG gefunden und zur Sammelstelle gebracht. Im Anschluss trafen sich alle Beteiligten in gemütlicher Runde im Feuerwehrhaus in Ruppichteroth, um die Übung noch einmal Revue passieren zu lassen und „Manöverkritik“ zu betreiben.
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